(Innere) Ruhe trotz (äußerem) Lärm

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RUHE (innen) trotz LÄRM (aussen)

Mancher sagt, die in jedem selbst vorhandenen Antworten auf Fragen sind deshalb so schwer zu hören, weil die Welt zu laut ist - richtig !
Ich meine, daß die Menschen durch das ständige Überangebot der Medien ( = jede 1/2 Stunde "neue" Nachrichten, Werbung überall usw.) zwar das Gefühl haben, gut informiert zu sein, in Wirklichkeit aber diese Überfülle gar nicht verarbeiten können. Ihnen bleibt nur, die eben gehörten Nachrichten durch die kurz darauf folgenden zu verdrängen. Und so haben sie keine Chance, eine einzelne Nachricht mal bis zu Ende zu durchdenken auch, was ihre Bedeutung fuer sie persönlich angeht.

Wie Neil Postman in seinem Buch " Wir amüsieren uns zu Tode " schon 1985 in seiner Untersuchung, was wohl an einer Nachrichtensendung für den   Einzelnen wirklich bedeutsam sei, feststellt: der Wetterbericht, denn dann  entscheide ich, ob ich den Regenschirm mitnehme oder nicht - alles Andere
betrifft mich nicht wirklich.
Und so verstehe ich die Aussage: Die Welt ist zu laut :

Durch die Überfülle ständig neu abrufbarer Informationen aller Medien wird die Reizschwelle, die eine Information überwinden muss, um wirklich im Kopf eines Menschen anzukommen und um verarbeitet zu werden, immer höher gesetzt - eine natürliche Schutzfunktion - ; der Mensch, der das nicht registriert, fühlt sich gut informiert, verliert aber unbemerkt sich selbst.
Er schimpft über seine Probleme, hat aber keinen Kontakt mehr zu seiner "inneren Stimme", die vielleicht eine Lösung anbieten könnte, weil er daran gewöhnt ist, nur auf das "Aussen" zu hören und zu reagieren.
So entsteht Stress und Überreizung,und er hat das Gefühl, sich dauernd nur in einem Abwehrkampf gegen von außen kommende Ereignisse zu befinden, weil er die innere Ruhe, das Auf-Sich-Selbst-Besinnen, die ausgewogene Mitte verloren hat.
Wenn ich aus dem Urlaub nach einem Monat ohne Zeitung, ohne Radio und ohne Fernsehen nach Hause zurückkomme und die Zeitung von vor einem Monat neben die aktuelle lege, stelle ich immer wieder fest: Die einzige wirkliche Änderung ist das Datum !
Also ist es für mich persönlich völlig unerheblich, ob ich den täglichen Nachrichten regelmässig folge oder nicht. Und aus dieser Erkenntnis heraus nehme ich mir ab und zu eine "Auszeit" aus dem mich umgebenden Rummel und die Freiheit, mich mit nur einem Thema, das mich wirklich bewegt, zu beschäftigen so, wie mit diesem Schreiben hier. Und der Erfolg gibt mir recht: Nur dann habe ich
das Gefühl, eine " runde Sache ", etwas Komplettes geschafft zu haben.

Oder andersherum: Alles,was ich nur halbherzig tue, gleichzeitig mit anderen Dingen, ohne volle Aufmerksamkeit,ohne GANZ dabei zu sein, sollte ich besser lassen, denn es wird mich nicht zufriedenstellen.
( Nicht immer schaffe ich das, aber: Der Weg ist das Ziel ! )