Fordern - Verlangen - Wünschen - Leiden

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Fordern = bedingungslose Unterwerfung unter den eigenen Standpunkt erwarten
Verlangen = z.T. als Synonym für fordern gebraucht, aber nach meinem Verständnis nicht so
            absolut wie fordern, sondern unter Betonung der subjektiven Wichtigkeit und des
            emotionellen Beteiligtsein des das Verlangen Äussernden eine - wenn auch
            geringe - Kompromissbereitschaft signalisierend
Wünschen = dem Anderen die Wahl lassen, auf meinen Wunsch einzugehen oder nicht

Selbstverstaendlich kommt es dabei immer auf den Ton des sich Äussernden an.
Natuerlich sollte jede/r ein bisschen Erfolg, Glück, Ruhe usw. haben.
Der " Trick " scheint mir dabei Folgendes zu sein:
Wer sagt mir, ob ich in meiner konkreten Situation gerade Erfolg, Glück, Ruhe habe ?

Nur ich selbst !
In meiner eigenen Vorstellung bewerte ich meine momentane Situation und entscheide mich dafür, damit zufrieden zu sein  oder nicht.
Es gibt weder einen objektiven Zustand des Glücklichseins noch können mir Andere darüber Auskunft erteilen. Allein in meinem Kopf entscheide ich über die Bewertung meines momentanen Zustandes. Und nur deshalb ist es möglich, dass Millionäre unglücklich und Bettler glücklich sein können.( um mal zwei Extrembeispiele zu nennen )

" It's not reality, that's important, but how you perceive things " !
(= Nicht die Wirklichkeit ist wichtig, sondern die Art, wie ich sie sehe -
   besser: sehen will ! )

Ich habe die Macht, mein Befinden zu steuern, niemand sonst !
Umkehrschluss:
Wenn ich mich miess fühle, tue ich das, weil ich es will !
Kein äusserer Umstand und kein anderer Mensch ist dafür verantwortlich !!

Und das hat nichts mit Lethargie oder Zufriedensein mit dem was kommt zu tun.

Wenn ich beschliesse, in einer schlechten Situation dennoch etwas Gutes zu sehen ( z.B.: siehe Giesen: "..Die Hindernisse und Mühen geben tatsächlich auch Baumaterial fuer den richtigen Weg...") , gewinne ich daraus einen positiven Gesichtspunkt, und das gibt mir automatisch Zuversicht, den Weg weiter zu gehen !

Natürlich kann ich mir genauso das Recht nehmen, eine Situation als negativ einzustufen und mir eine Auszeit - eine Zeit zum Weinen und Traurigsein - nehmen. Dabei sollte ich mir aber klar darüber sein, dass ich das aus eigenem Entschluss tue und mich kein äußerer Umstand und kein anderer Mensch dazu zwingen kann. Denn nur allein mir steht es frei, zu entscheiden, wie ich eine Situation empfinden will !
Und genauso kann ich entscheiden, wann es genug ist mit der Traurigkeit.
Wenn ich diesen Gedanken wirklich verinnerliche und zu einem Teil von meinem Wesen mache,dann kann es passieren, dass ich in einer " Traurigkeitsphase " tief innen gleichzeitig ueber mich lächeln kann, verständnisvoll, tolerant mir selbst gegenüber, frei !
Wissend,dass ich Herr/Frau meiner selbst bin weil frei, zu empfinden wie ich will, nicht , wie äußere Umstände mir weismachen wollen, ich sollte.

Mir ist dabei klar, dass andere Menschen mit einem " normalen " Bewusstsein mir in bestimmten Situationen ( irgendeine " Katastrophe "passiert ) Gefühlskälte oder Unbeteiligtsein vorwerfen könnten.
Na und ?
Ist es nicht vielmehr so, daß Menschen, die sich konform der Erwartungshaltung Anderer verhalten, unfrei sind, nur der gesellschaftlichen Prägung folgen ?
Beinhaltet es nicht viel mehr Freiheit, sich echt - so, wie Du wirklich empfindest - zu verhalten ?

Also:
( Ursache des Leidens ist Verlangen )
    Wenn ich etwas verlange, dann im Bewusstsein, dass mein Wunsch erfüllt
    werden kann oder nicht.
1.) Wird er erfüllt - gut.
2.) Wird er nicht erfüllt:
    a) ich verlange weiter - Folge: ich leide
    b) ich verlange nicht mehr - Folge: ich resigniere
    c) ich verlange weiter, bewerte aber die vorgebliche Unerfüllbarkeit meines Verlangens
       als vorübergehend und suche neue Wege der Erfüllung - Folge: Motivation, Aktion
    d) ich verlange nicht mehr, weil mein Wunsch objektiv unerfüllbar ist (z.B: der
        Verstorbene hätte weiter leben sollen ), entschliesse mich aber, der Unerfüllbarkeit
        meines Wunsches positive Seiten abzugewinnen
    
Mit anderen Worten :
 
Die Ursache des Leidens, das Verlangen, schaffe ich selber, und damit auch das Leiden.
Und weil ich die Möglichkeit habe, Ereignisse oder Wünsche zu bewerten und somit die Stärke eines Verlangens nur von mir selber abhängt, hängt auch die Stärke meines Leidens von Niemandem ausser mir selbst ab.
Somit liesse sich sagen :
Alle Ereignisse der " realen Welt " sind für sich genommen wertfrei;
erst in meinem Erleben, in meinem Kopf findet eine Bewertung - positiv oder negativ - statt. Was Andere gut finden, kann ich als negativ empfinden und umgekehrt - es liegt bei mir !