Start Philosophie Selbstbeeinflussung - geht das ?

Selbstbeeinflussung - geht das ?

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Manchmal, wenn Du Dich nicht gut fühlst, wenn Du mit Dir selbst unzufrieden oder traurig oder hoffnungslos oder sauer bist wünscht Du Dir einen Weg zu finden, der Dich da wieder heraus führt, Dich wieder Mut fassen lässt, Dich trotz allen Ärgers das Positive wiederfinden lässt.
Nun, ich denke, ein solches Mittel gibt es:

Zum Einen hilft mir der Satz:
Jedes Ding hat drei Seiten, eine, die Du siehst, eine, die ich sehe, und eine, die wir beide nicht sehen.
Wenn ich mich daran erinnere, bemerke ich vielleicht mein Befangensein im Geschehen und die Schwierigkeit, eine andere Sicht auf das Erlebte zu finden. Und das ist der erste Schritt:
Gestehe ich mir ein, dass eine andere Sicht möglich ist, kann ich diese auch suchen ( der 2. Schritt ).


In diesen Zusammenhang passt auch der Satz:
Du fühlst Dich immer so, wie Du denkst, dass Du Dich fühlst.
Dieser einfache Satz macht mir klar, dass mein innerer Zustand eigentlich hauptsächlich von mir selber abhängt: Habe ich Negatives erlebt, denke ich an das Negative und fühle mich schlecht weil ich denke, dass ich mich wegen des negativ Erlebten schlecht fühlen muss. Eine Zeitlang mag das ja sogar berechtigt sein, aber soll das mein Dauerzustand bleiben ? Weil ich da raus will, versuche ich zu denken, dass ich mich zwar schlecht, aber nicht sooo schlecht fühle – anders gesagt: Ich suche mir eine andere Perspektive auf meine Situation und beschließe aus dieser Sichtweise heraus, dass ich mich schon ein bisschen besser fühle UND: ES FUNKTIONIERT !


Konkretes Beispiel:
Meine Nachbarin hat in der Mittagsstunde so laut auf ihrem Balkon telefoniert, dass ich davon wach wurde. Da das nicht das erste Mal ist, bin ich stinksauer und bitte sie mal wieder, in der Mittagsstunde doch in der Wohnung zu telefonieren. Ihre Antwort, sie könne auf ihrem Balkon telefonieren wann sie wolle und ich solle halt mein Fenster schließen trägt nicht zur Besserung meiner Laune bei.

ABER:
Ich beschließe, dass sie nicht über meine Stimmung bestimmen soll. Im Internet mache ich mich schlau, was z.B. der Mieterverein in solchen Situationen rät und entscheide mich für eine der vorgeschlagenen Maßnahmen. Vom Leidenden habe ich mich zum Handelnden gewandelt , was meinem Innenleben gut tut. Der erste Schritt dazu war, dass ich selbst über meine Stimmung bestimmen wollte und mir damit automatisch klar machte, dass ich dazu auch eine Möglichkeit finden kann.


Und das meine ich mit Selbstbeeinflussung:
In dem Moment, in dem ich beschließe, dass ich eine andere Laune haben will,
IST SIE SCHON ANDERS !
Fast fühle ich mich wie Münchhausen, der sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zieht.
Das Tolle ist, dass ich jetzt verstehe: In gewisser Weise geht das wirklich !
Nur aus mir selbst heraus kann ich mir helfen, ich kann meine Sicht auf die Dinge ändern und bekomme damit den Kopf frei, Handlungsalternativen zu sehen !
Und wenn das nicht sofort und jedes Mal funktioniert – niemand hindert mich daran, es wieder zu probieren.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 17. Juli 2011 um 16:58 Uhr